Dunkelmond

Der Dunkelmond vor der Wintersonnenwende gehört in der schamanischen Tradition der weisen Frauen klar in die Untere Welt – an das Wintertor.
Die Untere Welt ist nicht der Ort des Handelns, sondern des Fühlens. Hier wohnen das innere Kind, die ursprünglichen Emotionen, die ungeweinten Tränen und die ungehörten Wahrheiten. Der Dunkelmond öffnet dieses Tor weit, jedoch ohne Zwang. Er lädt ein, hinabzusinken um gehalten zu werden.
Am Wintertor geschieht keine Transformation im äußeren Sinn. Es ist der Ort der Seelenruhe, der Auflösung alter Identitäten und der sanften Rückholung von Kraft, die lange im Rückzug war. Wer hier verweilt, ohne etwas zu wollen, kehrt gestärkt zurück – bereit für das neue Licht der Mittleren Welt nach der Sonnenwende.
So ist der Dunkelmond der Schlüssel. Die Untere Welt der Schoß. Und die Wintersonnenwende das erste leise Atmen des Neuen.
Selbstcoaching – Fragen
- Was in mir darf jetzt ganz still werden, ohne gelöst oder verstanden zu werden?
- Welche alte Rolle, Erwartung oder innere Haltung ist bereit, in dieser Dunkelmondnacht zu enden?
- Wo kann ich mich der Leere anvertrauen, statt sie mit Gedanken, Plänen oder Hoffnung zu füllen?
