Narzissmusgift

Das schleichende Gift der Narzissten im sozialen Feld
Im Kreis des Miteinanders, dort, wo Hände wirken und Seelen weben,
gibt es manchmal einen Schatten,
der nicht als Schatten erscheint.
Er kommt nicht mit Sturm und offenem Zorn,
sondern wie feiner Nebel,
der sich zwischen Worte legt,
der Wahrnehmung trübt,
der Wahrheit verschiebt.
Die weise Frau erkennt ihn
an der Kälte hinter dem Lächeln,
an der süßen Sprache ohne Herz,
an den Fäden aus Schuld und Scham,
die leise um andere gelegt werden.
Er ist das Gift der Verwirrung.
Du sprichst – und plötzlich zweifelst du.
Du fühlst – und plötzlich erklärst du dich.
Du weißt – und wirst doch in Frage gestellt.
So wirkt er,
nicht durch offene Wunde,
sondern durch die langsame Entfremdung
von deiner eigenen inneren Stimme.
Im sozialen Feld beginnt dann
die Kraft zu sinken,
die Freude zu welken,
das Vertrauen zu bröckeln.
Nicht weil die Seelen schwach wären,
sondern weil ihre Spiegel verdunkelt werden.
Doch die weisen Frauen wissen:
Kein Gift wirkt dort,
wo Bewusstsein leuchtet.
Sie rufen ihre Ahnen,
stellen sich aufrecht in ihre Würde,
legen die Hand auf ihr Herz
und erinnern sich an ihren Namen.
Sie verweigern die fremden Masken,
lösen die Fäden aus Schuld,
und sprechen leise:
Ich kehre zurück zu mir.
Dann verliert das Gift seine Macht,
denn Narzissmus nährt sich von Zweifel
und verhungert an Klarheit.
Wo eine Frau sich selbst sieht,
in ihrer Wahrheit,
in ihrer gelebten Geschichte,
in ihrer unantastbaren Würde,
dort zerfällt jede Täuschung
zu Staub im Morgenlicht.
So hütet die weise Frau im sozialen Feld
nicht nur die Räume,
sondern auch das unsichtbare Gewebe der Seelen.
Sie ist Hüterin der Klarheit,
Trägerin der Erinnerung,
und ihr stilles Wissen lautet:
Kein fremder Schatten darf
mein inneres Feuer benennen.
Und wo sie steht,
beginnt Heilung.
