Das Lied der Wassergeister

Wir sind das Wasser,
uralt und ewig jung.
Wir fließen,
wir kreisen,
wir erinnern.
Wir tragen,
was war.
Wir tragen,
was ist.
Wir tragen,
was werden will.
Komm näher, Menschenkind.
Steh still am Ufer
und lausche.
Hörst du unser Rufen
im Kreisen der Wellen,
im Flüstern des Schilfs,
im Gesang der Möwen?
Wir sind da.
Wir waren immer da.
In den Tiefen des Flusses
wohnen Erinnerung und Geist.
Lass los,
was eng macht.
Lass sinken,
was schwer ist.
Lass fließen,
was fließen will.
Öffne deinen Geist.
Mach ihn weit
wie den Himmel.
Mach ihn frei
wie den Wind.
Mach ihn fließend
wie uns.
Komm in unseren Kreis.
Fürchte dich nicht.
Sinke nicht—
schwebe.
Halte nicht fest—
fließe.
Trenne nicht—
verbinde.
Sei Wasser.
Sei Welle.
Sei Strom.
Sei Kreis.
Denn wer mit uns tanzt,
erinnert sich.
Wer mit uns singt,
erinnert sich.
Wer eins wird mit uns,
erinnert sich.
Du bist nicht getrennt.
Nicht vom Fluss.
Nicht von der Erde.
Nicht von den Geistern.
Du bist aus demselben Lied.
Komm.
Fließe.
Erinnere.
