Sonnenstrahlen

Die Sonne bricht durch die dunklen Wolken wie eine Erinnerung aus einer längst vergessenen Zeit.
Und plötzlich lebt etwas in uns auf – das Kind, das einst Sonnen mit goldenen Strahlen malte, groß und leuchtend, voller Wunder.
Nicht vollkommen rund. Nicht perfekt. Sondern lebendig. Strahlend. Magisch.

So wie auf diesem Bild.
Die Himmelstore wirken geöffnet, als würde die Anderswelt selbst ihren Atem über die Erde legen. Die Wolken tragen das tiefe Blau der Nacht in sich, während das Licht darunter geboren wird wie ein stilles Versprechen.

In der schamanischen Tradition der weisen Frauen gilt ein solcher Himmel als Zeichen der Erinnerung.
Die Seele erinnert sich daran, dass Licht niemals verschwindet, selbst wenn Schatten darüberziehen. Es wartet hinter den Wolken. Es sucht seinen Weg. Und wenn es hervorbricht, berührt es etwas Uraltes in uns – das staunende Herz, das noch fühlen kann, wie heilig die Welt eigentlich ist.

Vielleicht malen Kinder die Sonne deshalb mit Strahlen.
Weil sie noch sehen, was wir Erwachsenen oft vergessen haben:
Dass Licht lebt.
Dass es tanzt.
Dass es uns ruft.

Und vielleicht trägt genau dieses Bild die Medizin der weisen Frauen in sich – die Erinnerung daran, das innere Kind wieder unter den Himmel treten zu lassen, damit es staunend flüstern kann:

„Die Welt ist voller Zauber.“

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